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Zeitgeschichte

Die Révolution vaudoise (Waadtländer Revolution) von 1798 bringt zahlreiche Änderungen mit sich: Güter werden verstaatlicht, dann rasch weiter verkauft, Lavaux wird zwischen zwei Bezirken aufgeteilt und die Pfarreien werden aufgelöst und es entstehen Kommunen. Das einzige, was sich nicht ändert: die Region bezieht bereits den grössten Teil ihrer Einkünfte aus dem Weinbau.

Ab der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts müssen die Winzer ihre Anbauverfahren anpassen: die Reben werden nacheinander von Mehltau, Oidium und Phylloxera, einer gefürchteten Laus, befallen. Diese aus den USA eingeführten Krankheiten zwingen die Winzer nunmehr ihre Reben zu behandeln und zu spritzen. Ab Beginn des XX. Jahrhunderts zwingt die Reblaus die Winzer zum Regenerieren auf Pfropfreben.

Eingreifen des Bundes

Die Weinbautätigkeit erfordert nunmehr viel mehr Zeit, der Selbstkostenpreis schnellt hoch und die Einkommen der Weinbergsbesitzer fallen stark. Jedoch wählen die Bewohner des Lavaux erst kurz nach dem Zweiten Weltkrieg endgültig zwischen ihrer Tätigkeit als Bauern und ihrer Weinbautätigkeit. Die an zweiter Stelle genannte gewinnt definitiv die Oberhand.

Angesichts einer internationalen Weinbaukrise mit Überproduktion, massiver Einfuhr billiger ausländischer Weine und dem unaufhörlichen Anstieg der Produktionskosten fordern die Winzer die Unterstützung der Kantons- und Bundesbehörden. Letztere übernehmen also die Weinbaupolitik, erlassen Gesetze und Verordnungen, und greifen massiv ein durch die Einführung von Versicherungen, Einfuhrkontingenten und Subventionen.

Hauptherausforderung

Ab Ende des XIX. Jahrhunderts übt die Verstädterung und Industrialisierung von Lausanne im Westen und von Vevey im Osten Druck auf die Region Lavaux und ihre Weinberge aus. Diese Bewegung lässt die Initiative von Franz Weber entstehen: bereits 1977 wird der Schutz des Lavaux in der Waadtländer Verfassung eingetragen. Das heisst die Herausforderungen, denen sich die Winzer – die seit Ende der 1970er Jahre den angewandten Umweltschutz in ihre Anbauweise integrieren – in zwei Jahrhunderten gegenüber sahen. Heutzutage ist die Hauptherausforderung die Existenzfähigkeit der Weinbautätigkeit.

Bibliografie : CARRUZZO, Sabine, « Histoire contemporaine », in Lavaux, Vignoble en terrasses face au lac et aux Alpes, Dossier de candidature de Lavaux au patrimoine mondial de l’UNESCO, Cully, Janvier 2006, pp. 143-152.

Adresse

Lavaux Patrimoine mondial

Sentier des Vinches 1

CH - 1091 Grandvaux

Tel. + 41 21 946 15 74

Courriel: info@lavaux-unesco.ch

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